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SPRACHBARRIEREN ÜBERWUNDEN
“Sprach-los sein”.
Die Welt rückt zusammen. Die Völker kommen sich näher. Aber meist nur räumlich. Und not-gedrungen. Geistig sind die Mauern geblieben. Das Verständnis hat mit der Kontaktnahme nicht Schritt halten können. Geschäftsbeziehungen sind zur Ausbeutung geraten. Tourismus zur Selbstbefriedigung. Entwicklungshilfe schließlich zur Sklaverei. Erst mit der Verständigung kommt das Verstehen.
Es liegt an der Sprache. Wer sich nicht verständigen kann, gerät ins Abseits. Niemand will dumm und unwissend vor dem andern dastehen müssen. Da schon lieber unter sich bleiben. Im eigenen Kreis. Und sich ein-igeln. Fremde draußen lassen. Ein Fremder ist jemand, den man nicht versteht. Nicht verstehen kann. Nicht verstehen will. Das so nötige flexible Anerkennen auch anderer Völker schlägt ins unerwünschte Gegenteil, in Ausländer-Feindlichkeit, um. Die Sprache ist hier der Angelpunkt. Verstehst du mich – versteh ich dich!
Wirtschaftsverflechtung, Massentourismus, Weltpolitik, Bevölkerungsexplosion lassen die Sprachbarrieren zum steigenden Problem werden. Alle sollten eine gemeinsame Sprache sprechen. Nur welche? Niemand will von seiner eigenen Souveränität lassen. Jeder hält seine Sprache für die wichtigste. Für die schönste. Für die ausdrucksstärkste. Sprache ist Macht. Wer kann da verzichten? Sich degradieren? Seine Existenz aufgeben? Streiterei. Uneinigkeit. Konflikte auf- statt abgebaut. Bringt die Einheit Zwietracht? Muss die Welt zerfallen bleiben?
Prof. Keppelmann hat sich des Problems angenommen und eine einigermaßen verblüffende Lösung gefunden: “Kauft Krawatten! ‘one buys ties.” (Keppelmann, H.: The Mastering of the Crisis. Chicago 2003, S 94).
Dem iii-product-team leuchtete die Idee im Prinzip ein. Nur die Umsetzung schien schwierig. Doch nach eingehender intensiver Beschäftigung mit dem Thema war die Schwelle überwunden. Man muss nur umdenken! Jeder kann seine Sprache behalten. Die “Krawatten-Sprache” (RUBBERS MIND-FIND, TM) braucht keine Worte. Es geht um die Übereinstimmung des Denkens. Gemeinsamkeiten. Wellenlänge. Was kommt es da noch auf Worte an. Gleiche Ansichten. Einheitliche Gesinnung. …. Freunde verstehen sich.
Krawatten sind ein Symbol dafür. Club-Krawatten. Kultur-Krawatten. Business-Krawatten. Trauer-Krawatten. Krawatten als Kleidung überhaupt. Für solche, die dazugehören wollen. Aber auch Krawatten-Zwang. Als Machtinstrument. Die Krawatten-Sprache lebt bereits. Weltweit.
Natürlich müsste man sich nicht nur auf Krawatten beschränken. “Lasst Blumen sprechen”. Oder Taten! Allerdings ist bei Krawatten die grösstmögliche Wirkung zu erwarten. Blumen verwelken. Und Taten vergehen.
Krawatten können auf einen nahezu 100-prozentigen Bekanntheitsgrad rund um die Erde verweisen. Krawatten sind in ihrer Aussage eindeutig und nicht zu verwechseln. Krawatten sind haltbar. Einfach zu handhaben. Krawatten sind billig. Jeder kann Krawatten tragen.
Die eigens aus spezieller Kunstfaser entworfene “Neue Krawatte” gibt sich natürlich mit blosser Traditions-Fortführung nicht zufrieden. Konzentriert. Effektiv. Zeitgemäss. Zukunftsträchtig wird modernste Technik eingesetzt. Penibel entwickelte elektronische Schwingungskonzentratoren, ins Gewebe integriert, sorgen für Verstärkung und Verbreitung der jeweiligen persönlichen Wellenlänge. Die “Neue Krawatte” sendet die individuelle Schwingung ihres Trägers aus. Geistiger Vibrator.
Bei Annäherung zwei- oder mehrerer, ähnlich gelagerter, Sendungs-Signale ziehen sich die Krawatten regelrecht an. Schaukeln sich die Felder gegenseitig auf. Und es entsteht eine Sympathie-Aura. Innerhalb dieser sind keine Worte mehr nötig. Man versteht sich! Das Gegenteil wäre ein stark antipathischer Abstoß-Effekt bei extrem gegensätzlichen Schwingungen. Solche Auswirkungen konnten übrigens schon bisher in seltenen, besonders krassen Sonderfällen sogar auf natürlichem Wege erreicht werden: ‘Liebe auf den ersten Blick’, oder aber ‘Sich nicht riechen können!’ Da war Sprechen dann auch überflüssig.
Die Menschheit kauft also Krawatten. Es werden die unterschiedlichsten Farbsymbole und Muster angeboten. Mit genauer Produktbeschreibung. Meinungs-Deklaration. Man sucht sich die passende aus. Die Elektronik ist allerdings unbestechlich. Frequenz-Polarisierung. Vortäuschen nützt nicht. Da würde der Schwingungskraft-Verstärker irritiert abschalten und der Nutzen wäre nicht gegeben. Wenn man seine Meinung ändert, schafft man sich neue Krawatten an. Ansonsten wählt man je nach Tagesverfassung und Stimmung aus der persönlichen Kollektion. Zum Tanzengehen sind andere Signale herauszuheben als bei einer Geschäftbesprechung.
Die Zukunft wird paradiesisch. Niemand muss mehr abgekapselt bleiben. Sympathie verströmt. Die Menschheit wird aus einig Freunden bestehen. Krawatten-Trägern!
Etwas Unbehagen bereitet Prof. Keppelmann allerdings derzeit noch die Frage: Wie soll man Leute integrieren, die keine Krawatte tragen? Zum Beispiel die Frauen?
Aber die neueste Rubber-Couture-Krawatte, da ist er nach Marktforschung überzeugt, wird auch die weibliche Mode revolutionieren.
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WO KEINER HILFT, IST
KEINE HILFE!
WITHOUT PUFF NO LUFF!
Keppelmann, H.: The Mastering of the Crisis, Chicago 2003, S. 914
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